Preisverleihung 2013

Am 01.September 2013 verlieh die SPD Charlottenburg-Wilmersdorf gemeinsam mit dem Landesverband der SPD Berlin den antifaschistischen Jugendmedienpreis, Das Rote Tuch, an Daniel Höra.


Christian Gaebler zur Begrüßung

Zur Eröffnung der Preisverleihung sprachen Jan Stöss, SPD-Landesvorsitzender und Christian Gaebler, Kreisvorsitzender der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde des Roten Tuchs,

ich freue mich, Sie hier im Namen der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf und
des SPD-Landesverbands zur 28. Verleihung unseres Jugendmedienpreises „Das Rote Tuch“ begrüßen zu können. Deshalb freue ich mich über die Anwesenheit und das Grußwort des SPD-Landesvorsitzenden Dr Jan Stöß. Ganz besonders willkommen heiße ich natürlich unseren Preisträger, Herrn Daniel Höra.

Wir können aber noch weitere prominente Gäste begrüßen, die mit ihrer Anwesenheit auch Ihre Wertschätzung der Preisverleihung und der ausgezeichneten Werke äußern. An erster Stelle steht Ralf Wieland, MdA, Präsident des Abgeordnetenhauses und Laudator. Ich begrüße die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses und Bundestagskandidatin in Charlottenburg-Wilmersdorf, Ülker Radziwill. Aus dem Bezirksamt sind gekommen Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann und Jugendstadträtin Elfi Jantzen. Ich begrüße die anwesenden Mitglieder der Jury, an der Spitze die Jury – Vorsitzende Carolina Böhm . Ein besonders herzliches Willkommen auch der ehem. Juryvorsitzende Siegrun Klemmer, die jetzt Vorsitzende des Fördervereins Das Rote Tuch ist. Ich freue mich, dass auch eine
ehem. Preisträgerin, die Autorin Anja Tuckermann, zu uns gekommen ist. Aus dem Abgeordnetenhaus bei uns ist auch Frank Jahnke, der auch als Kassierer dem geschäftsführenden Kreisvorstand der SPD angehört, ebenso wie Robert Drewnicki, stellvertretender Kreisvorsitzender, und Dr. Felicitas Tesch, Schriftführerin und auch Jury-Mitglied.

Der Jugendmedienpreis Das Rote Tuch wird seit 1978, also seit 35 Jahren, von der SPD Charlottenburg bzw. seit 2000 von der SPD Charlottenburg-Wilmersdorf verliehen, mit Unterstützung des SPD-Landesverbandes Berlin. Hinzu kommt seit vier Jahren die Unterstützung durch den Verein Das Rote Tuch, der den Preis und die Preisträgerinnen und Preisträger auch zwischen den Preisverleihungen begleiten und bekannt machen will. Sie können da auch Mitglied werden und ich möchte hier noch einmal ausdrücklich dafür werben, auf diese Weise die Arbeit des Vereins aktiv zu unterstützen.

Auch wenn rechtsextreme und rechtsradikale Parteien aktuell bei Wahlen keine Rolle spielen, so gibt es doch genug populistische Kräfte, die mit ähnlichen Mustern arbeiten und sich auch nicht eindeutig vom braunen Rand und seinem Sympathisantenspektrum distanzieren. Da heisst es, sich nicht einlullen zu lasen von Professorentiteln und smarten Anzügen. Auch nicht vom netten Nachbarn von nebenan – unser Preisträger beschreibt in seinem Buch ja ein Beispiel dafür.

Die Sozialdemokratie steht gegen Rechts, gegen Rassismus und gegen Intoleranz. Das ist die Zielrichtung, die das Rote Tuch von Anfang an verfolgte. Es geht nicht nur um den Kampf gegen Faschismus und Rechtsextremismus als solchen, sondern auch darum, antidemokratische Tendenzen und Strukturen aufzuzeigen und bloßzustellen. Denn diese sind Grundlage auch für Faschismus, für Diktatur, für Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung von Minderheiten.

Wir sehen, was sich in Hellersdorf abspielt, wo ein Flüchtlingsheim zum Propagandamittel für rechte Splittergruppen wird und Bürgerinnen und Bürger vor Ort sich anstiften lassen zu Protestaktionen. Aber das ist nicht nur ein Problem des Ostens. Auch im bürgerlichen Westend gibt es vorsichtiger artikulierten, aber mit gleichem Hintergrund geführten Protest gegen die Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft. Die Angst vor den Fremden, die Unterstellung von Kriminalität und Bösartigkeit, ist überall gleich. Und die Diskriminierung von Minderheiten, die Stimmungsmache gegen das Anderssein, ist allgegenwärtig. Andere Beispiel sind die Gesetzgebung gegen Schwule, die Unterstellung subversiver Tätigkeiten in Russland, aber auch die zunehmende Radikalisierung in den USA gegen andere Meinungen, die Ideologisierung der Diskussionen, die Personifizierung und Dämonisierung des Anderssein.

Deshalb bleibt es auch nach 35 Jahren Rotes Tuch unsere Aufgabe, zu Wachsamkeit und bewusster Gegenwehr gegen antidemokratische Tendenzen aufzurufen und insbesondere die Jugendlichen sensibel für die vielfältigen Ausprägungen zu machen und für demokratische Verantwortung zu stärken. Noch einmal Dank an alle, die diese Preisverleihung möglich gemacht haben, auch organisatorisch, und natürlich an alle, die mit ihren Medienbeiträgen Material für unsere Jury und ihre nicht einfache Auswahlentscheidung liefern – die also täglich im Sinne des Roten Tuchs aktiv sind. Genau diese wollen wir mit unserem Preis ermutigen, weiter zu machen.

Uns allen eine gute und interessante Preisverleihung, Ihnen Danke fürs Kommen und für die Aufmerksamkeit.

Christian Gaebler

 


Landesvorsitzender der SPD, Jan Stöss