Veranstaltung Film Trutz

Ein Paar „Imperialisten-Jeans“ sorgt für viel Ärger

Zur ersten Veranstaltung des DAS ROTE TUCH e.V. am 24. Mai 2009

In seiner Satzung hat sich der vor kurzem gegründete Verein DAS ROTE TUCH e.V. verpflichtet, zusätzlich zur Unterstützung des antifaschistischen Jugendmedienpreises DAS ROTE TUCH Veranstaltungen anzubieten, z.B. preisnahe Lesungen oder Diskussionen.
Im Jahr des Mauerfalls bot sich für die erste Veranstaltung der DEFA-Film „Trutz“ aus dem Jahr 1990 an, der 1991 DAS ROTE TUCH verliehen bekam.

 

Am 24.Mai 2009 fanden sich etwa 40 Interessierte in der bezirkseigenen Galerie Villa Oppenheim ein, und verfolgten aufmerksam einen Film über Engstirnigkeit und Kleingeisterei in einer thüringischen Kleinstadt in den sechziger Jahren. Bekannte Schauspieler wie Peter Sodann und Klaus Michael Lade stellen die tiefgreifenden Konflikte zwischen Erwachsenen und Jugendlichen dar, die sich an zwei Paar sogenannten „Kapitalisten-Jeans“
entzünden und jugendliche Biographien völlig aus dem Gleis werfen konnten.

 

Torsten Enders, der Drehbuchautor, plauderte im Gespräch mit der Vereinsvorsitzenden Siegrun Klemmer über die Entstehung des Films und das Leben in der DDR. In der sehr
lebhaften Diskussion schilderten Teilnehmer ihren Schulalltag in Ost und West.

 

Engstirnigkeit und Intoleranz wurden auch in der Bundesrepublik erlebt. Doch wurde auf den im Film dargestellten außerordentlichen politischen Druck in der DDR in den 60er Jahren hingewiesen. Jugendliche, die von den Beatles und langen Haaren träumten, wurden
wegen ein Paar Jeans aus dem kapitalistischen Westen von einer dogmatischen Schuldirektorin kurz vor dem Abitur zum Verlassen der Schule gezwungen. Eine schulische Alternative gab es damit in der DDR nicht mehr.