Preisverleihung 2005


Die Jury und Preisträger Demnig

Die SPD Charlottenburg-Wilmersdorf verleiht, mit Unterstützung der SPD Berlin, den 24. Jugendmedienpreis DAS ROTE TUCH an den Kölner Künstler Gunter Demnig für Idee und Ausführung der bundesweit verlegten Stolpersteine.

Gunter Demnig begann Mitte der neunziger Jahre in Köln und Berlin damit, Messingplatten vor den Wohnhäusern verschleppter, deportierter und ermordeter Juden, Sinti und Roma, von politisch Verfolgten, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfern zu verlegen.

Damit sollen Passanten, wenn sie die Steine entdecken, zum Nachdenken angeregt werden. Sie werden auf die Schicksale ehemaliger Nachbarn, die die Gräueltaten der Nationalsozialisten erleiden mußten und deren Leben in den Konzentrationslagern endete, aufmerksam gemacht.

Mit dem Preis würdigen wir die einzigartige Idee des Künstlers Gunter Demnig, der beharrlich und konsequent, allen bürokratischen oder inhaltlichen Widerständen trotzend, an seinem Projekt fest hielt. Bundesweit hat er die Stolpersteine mittlerweile verlegt. Dabei ist der Name Programm: über Stolpersteine soll gestolpert werden.

Gunter Demnig ist es mit seiner künstlerischen Initiative gelungen, daß sich junge Menschen auch 60 Jahre nach Zerschlagung der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft auf Spurensuche begeben, vergessenen Schicksalen
nachspüren und sie dokumentieren.

DAS ROTE TUCH ehrt mit Gunter Demnig einen aufrechten Demokraten, der seine Stolpersteine gegen Verdrängen und Vergessen setzt und damit Beispiel gebend demokratisches Handeln der jungen Generation fördert.

Berlin, den 20. November 2005

Für die SPD Charlottenburg-Wilmersdorf (Berlin) Christian Gaebler
Für die Jury Siegrun Klemmer