Laudatio 2009

Lieber Mirko Böttcher und Team von Akte R,
Lieber Wolfgang Stüssel und Team vom Theater Strahl,
Liebe Carolina Böhm und Jury vom Roten Tuch,
Lieber Mario Röllig,
Liebe Freunde und Weggefährten der Preisträger und der Preisgeber,
und wenn ich jetzt noch jemand vergessen haben sollte:
Sehr geehrte Damen und Herren!

 


Steffen Reiche

Das letzte Rote Tuch, den vorigen Antifaschistischen Jugendmedienpreis, den 25. im Jahr 2007 bekam einer, der den sogenannten antifaschistischen Schutzwall überwunden hatte. Das Rote Tuch 2009 nun bekommen 2 Kollektive, sage ich in der Sprache der hinter der Mauer beendeten DDR, die sich im Jahr 20 des Mauerumsturzes mit diesem Thema auseinandersetzen – das Theater Strahl und die „Akte R“ von Mirko Böttcher und damit auch Mario Röllig, der seine eigene Geschichte zum Lehrstück und zum Anschauungsunterricht hat werden lassen.

Das Rote Tuch wird ja eigentlich von wagemutigen Torreros Stieren vorgehalten, die dann außer sich geraten.

Dieses Rote Tuch hier in Berlin bekommen Menschen, die sich mit Medien und also z.B. Theater, mutig gegen Neonazis, gegen Diktatur. gegen Menschenverachtung, gegen Diskriminierung von Minderheiten und gegen die Feinde der Demokratie stellen. Das Rote Tuch ehrt die, die offen und klar ansprechen, was geändert werden muss. Die nicht ein graues Tuch des Schweigens oder ein weißes Tuch der Kapitulation hochhalten, sondern die
Probleme beim Namen nennen und damit Widerspruch provozieren.

Rot ist die Farbe der Leidenschaft, weil es die Farbe des Blutes ist. Die Sozialdemokraten, die älteste Partei die wir in Deutschland haben, hat diese Farbe für sich gewählt, weil sie über 146 Jahre mit der Leidenschaft des Blutes für mehr Demokratie und gegen Diskriminierung gekämpft hat. Und weil es viele gab in dieser Partei, die dafür auch ihr Blut und ihr Leben
gegeben haben. Es ist also eine echte Farbe.

 

Theater Strahl hat sich das Rote Tuch mit 22 jähriger Arbeit verdient. Als das Theater gegründet wurde, hat sich die Geschichte ereignet, von der das Stück erzählt.
Theater Strahl wollte Jugendliche aufwecken, ihnen auch einen Spiegel vorhalten, vor allem aber sie mit dem roten Tuch ihrer Theaterstücke provozieren, reizen zum Mitdenken, ja mehr noch zum Nachdenken. Nicht Theater wo man aufsteht und sich nur gut unterhalten fühlt, sondern wo man aufsteht und etwas anders macht. Theater also in doppelt guter Berliner Tradition – der von Brecht und der von 1968, der von Schiffbauerdamm und der Freien Universität.

Was ist eigentlich ein Strahl? Geometrisch gesehen eine Linie, die einen Anfang und kein Ende hat.
In der Wirklichkeit war am Anfang ein Briefkasten, der dem damaligen Mitbegründer gehörte und der hieß Strahl. Vom Briefkasten wanderte die Bezeichnung auf den Briefkopf und ist bis heute von den guten, im Grunde professionellen Theatern das mit der schlechtesten Finanzierung. Sicher, die Zuwendungen sind kontinuierlich gewachsen, von 5ooo Mark auf mehr als das 100fache, aber bis heute bilden sie nur die Grundlage für weitere Selbstausbeutung. der Träger und Akteure dieses Theaters. Mit rund 16 Euro Förderung pro Karte. die bei den fast 140 Vorstellung im Jahr verkauft werden., ist es eine der geringsten Förderungen und dennoch ein sehr wirksames Theater für Berlin und Brandenburg- Hier werden die Theaterbesucher von Morgen geweckt .und hier entsteht bei Schülern die Lust selber zu spielen und damit mehr zu lernen als in manchem Fach. Nicht für die Schule sondern für das Leben lernen ist der Auftrag von Schule. Hier im Theater aber lernen sie nicht fürs Leben, sondern ein Stück Leben kennen.

 

Wer im Haus der Weißen Rose arbeitet, steht in der Tradition des Widerstehens. Dieses Theater ergreift Partei, es geht mit den Themen, mit der Sprache, mit der Weise zu Inszenieren zu den Kindern und Jugendlichen. Es nimmt sie ernst, es nimmt sie mit.
Freie Theater – wovon, wozu sind sie frei. Leider frei von Zuwendungen in der Höhe der Theater in kommunaler oder staatlicher Trägerschaft. Aber frei auch zu Experimenten, neuen Formen und Strukturen. Die große Not der Freien, macht sie erfinderisch.

Das Rote Tuch des Jahres 2009 geht an Mirko Böttchers Stück und seine Inszenierung von „Akte R“. Wieviel sich verändert hat seit 1987, als die Akte R, die Akte von Mario Röllig bei der Staatssicherheit angelegt wurde, lässt sich am Theaterstück selber ablesen. Einer aus dem Westen, der nicht schwul ist, schreibt mit großer Klarheit und Intensität ein Stück über einen aus dem Osten, der schwul ist. Mirko Böttcher, Autor und Regisseur, interessiert diese Geschichte, weil sie bewegend zeigt, wie jemand im Osten aufrecht und gerade seinen Weg geht und jemand im Westen mit allen Freiheiten, das gerade nicht vermag. Und wie einer, der damals im Osten Dinge getan hat, die er zumindest bereuen müsste heute nur in Ruhe gelassen werden will Dieses Stück ist gerade im Jahr 20 nach dem hart erkämpften Wunder des friedlichen Umbruchs und der Deutschen Einheit ein gelungenes Geschenk.

Es erzählt klar , hart und unaufgeregt die ‚Geschichte eines jungen Mannes von seinem 17 bis zum 21. Lebensjahr für junge Leute in ebendiesem Alter: Sie haben noch nicht gelebt, als das damals passierte, sie sollten aber verstehen, was damals geschah und was das heute mit Menschen macht.

 

Zum einen damit nie wieder geschehen kann, was damals geschah, zum anderen damit die Opfer von damals heute besser verstanden werden und ihre Forderung nach Aufarbeitung, die die Voraussetzung für Versöhnung ist besser verstanden wird.. Ohne Reue, ohne ein Wort der Entschuldigung kann es und darf es diese Versöhnung nicht geben. Versöhnung von der heute mit Recht soviel geredet wird hat Voraussetzungen. Es müssen Schritte von beiden Seiten gemacht werden und es ist nicht redlich, den ersten Schritt von den Opfern von damals zu verlangen. Wenn sie es machen ist es eine große Leistung, aber auch dann muss es einen Schritt von der anderen Seite, den damaligen Tätern geben. Ohne diesen aktiven Schritt von den damals Aktiven kann es keine wirkliche Aussöhnung geben. Keine Versöhnung ohne Vergebung. Vergebung ist aber nur nach Reue, oder zumindest Bedauern möglich. Die Bitte um Entschuldigung ist die Voraussetzung für Vergebung und Versöhnung.
Es wird sparsam erzählt und inszeniert, so das genügend Raum bleibt für die Phantasie, die Geschichte mitzuerleben. Berlin ist für Mirko Böttcher die Stadt wo sich solche Biographien begegnen können. Damals und Heute. Denn die 3 von denen das Stück erzählt, leben ja noch heute in der Stadt. Marko, der in Wirklichkeit Mario heißt, der Stasimann, der ein neues Leben begonnen hat und wie früher so auch jetzt sich angepasst hat und gut funktioniert und einen guten Job hat und der mittlerweile gescheiterte Freund aus dem Westen, dem nicht Marko im Stück, wohl aber Mario nach der Wende wieder begegnet ist.

Vermutlich hätte Mario Röllig seine Geschichte nicht erzählt und wir hätten diese bewegende Geschichte nicht erfahren, wenn es nicht zehn Jahre nach dem Mauerfall diese Begegnung gegeben hätte zwischen dem Opfer und dem Täter, dem ehemals Inhaftierten und dem Stasimann, der die Verhöre durchführte. Denn der eigentliche Zusammenbruch von dem aus und nach dem alles erinnert und erzählt wird, ist die Begegnung mit dem Täter, dem, der ihn über Monate gequält und gedemütigt hat, der auf ihn angesetzt war, dem er ausgeliefert war.

Geschickt ausgesucht, um den Inhaftierten vielleicht gefügig zu machen. Der dem Freund im Westen ein wenig ähnlich sah, an ihn erinnern sollte und der deshalb gut besetzt ist mit derselben Person.

 

10 Jahre nach dem Mauerfall, 12 Jahre nach der Tat, will Marko bei der Begegnung im KdW wo er als Verkäufer arbeitet, als eines von vielen Opfern nur eine Geste, ein Wort der Entschuldigung.

Warum Menschen sich dem Dienst bei der Staatssicherheit unterworfen haben ist für mich nicht verstehbar, aber es ist erklärbar. Es ist nicht mehr zu ändern, die Taten von damals sind heute von der Gesellschaft verurteilt. Aber die Täter von einst nehmen heute den Schutz des damals bekämpften Rechtsstaates in Anspruch. Sie sind heute für ihre damaligen Taten nicht mehr gerichtlich zu verurteilen. Aber es bleibt nicht erklärbar, nicht verstehbar, nicht entschuldbar, dass die Täter den Opfern für ihre Verbrechen, für das getane Unrecht, für das zugefügte Leid die Geste des Bedauerns, das Wort der Entschuldigung, den Versuch der Erklärung verweigern. Es ist die große Stärke des Stückes dieses aktuelle Unrecht offen zu legen und anzuklagen.

Opfer haben ein Recht auf Entschuldigung, auf Reue der Täter. Aber der Stasimann, der Mario Röllig verhört hatte, der im vereinigten Deutschland wieder gut untergekommen ist und jetzt bei einer Bank arbeitet, war zur Reue nicht bereit. Zynisch sagte er im KdW wo Mario damals arbeitete: Reue ist etwas für kleine Kinder. Kein Bedauern, keine Bitte um Entschuldigung. Und das reißt das Trauma, mühsam gedeckelt über 10 Jahre nach dem Mauerfall wieder auf. Ein Suizidversuch folgt am selben Tag und später dann das Engagment in Hohenschönhausen im ehemaligen Stasigefängnis, um vor dem Vergessen zu bewahren was Menschen die dort saßen, bis heute prägt und belastet.

Natürlich haben die Täter von einst ein Recht darauf heute in Ruhe gelassen zu werden. Aber solange ihre Taten die Opfer von damals nicht in Ruhe lassen, besteht nicht nur eine Pflicht der Erinnerung. Und das auch nicht nur am 17. Juni oder am 13. August. Es gibt die Notwendigkeit von Reue. Rache hilft nicht weiter und ist zudem im Rechtsstaat zu Recht untersagt. Aber der Rechtsstaat lebt von Reue, denn nur Reue lässt die Opfer von damals endlich zu der Ruhe kommen, die die Täter von einst für sich heute beanspruchen. Solange der Täter nicht von seiner damaligen Tat abrückt, solange kann sie das Opfer von einst nicht loslassen. Das gehört zu den Grunderkenntnissen unserer Gesellschaft aus Jerusalem und Rom, von Judentum, Christentum und Antike. Insofern hat die Kirche in Mitteldeutschland recht, wenn sie zur Versöhnung aufruft und Unrecht wenn sie glaubt dass das ohne Reue der Täter von damals geht.

 

Es ist ein Glücksfall, dass Mirko Böttcher, eigentlich Schauspieler, sich für diese Geschichte so interessiert, dass er sie zu einem Stück, seinem ersten, verdichtet.

In Potsdam am Theater erzählt Mario Röllig seine Geschichte im Stück „Staatssicherheiten“ selber. Hier wird sie inszeniert. Fiktiv erzählt er auch hier, aber eben als Marko, eindrucksvoll gespielt durch Sven Brormann. Beide, Regisseur Böttcher und Schauspieler Brormann, haben als nichtschwule Wessis eine hilfreiche Distanz um diese Geschichte zu erzählen. In über 40
Stunden intensiver Gespräche hat sich Mirko Böttcher so intensiv in diese Geschichte hineingedacht, dass er sie in der Gestalt von Marko erzählen kann. In Teilen ist es eine andere Geschichte geworden, wird sie ohne die Facetten, die das Leben damals schrieb erzählt.
Böttcher gelingt es Balance zu halten. Marko erzählt ohne Schwülstigkeit seine Liebe und ohne Haß, ohne Rachedurst die Geschichte des Anwerbungsversuches durch die Stasi und die Inhaftierung nach dem misslungenen Fluchtversuch. Leider gibt es noch zuwenig solcher
Stücke, die eine wahre Geschichte so prägnant erzählen, dass die Funktionsweise der Stasi so deutlich offengelegt wird. Böttcher will verstehen, wie die DDR eben auch getickt hat, wie sie sich anfühlte. Die Geschichte des 3 Jahre älteren Mario Röllig ist ihm dafür ein guter Zugang.

Es ist eine beeindruckende Geschichte, die durch das zur Aufführung gehörige Gespräch zusätzlich autorisiert wird. Hier wird nicht weichgespült, sondern die unmenschliche Härte, der Zynismus seziert. Die Situation im Stasiknast wird ohne Pathos dargestellt. Man kann nachvollziehen, dass hier nur nacherzählt wird. Marko will kein Mitleid, sondern Gerechtigkeit. Er erzählt um offenzulegen, anzuklagen und um Verklärung über die Zeit der Teilung zu verhindern. Dadurch bleibt das Getane aktuell, virulent –entzündet im Zuschauer Betroffenheit, vielleicht gar neuen Schmerz. Mirko Böttcher erzählt ohne Zeigefinger, ohne
Anklage, ohne zu fragen – wie konnte das geschehen, wie hält Marko das durch. Er vertraut der Geschichte von Mario Röllig, zeigt wie er drangsaliert, aber nicht gebeugt oder gebrochen wurde. Nicht das Aufbegehren gegen den Staat, sondern die erste Liebe führt ihn in die Fänge der Staatssicherheit. Und er besteht – er verrät den Geliebten nicht, geht keinenKompromiss
ein, wie ihn andere gewählt haben und um ungeschoren davon zu kommen nur ein bisschen, nur belangloses erzählen. Als er mit 19 versucht in den Westen zu fliehen, scheitert er. Nicht professionell vorbereitet, nicht genügend unterstützt. Denn der zu dem er will, will ihn ja lieber hinter der Mauer zum gut geschützten Doppelleben. Als Marko über ein Jahr später ankommt wo er hin will, bricht eine weitere Welt zusammen. Erst die aus der er kommt durch die Stasi, nun auch die, in der er ankommt. Denn Gottfried ist ja beides – Geliebter, der verheiratet ist und Politiker, der für das neue Land, den anderen Teil Deutschlands steht. Er
fühlt sich doppelt betrogen.

 

Diese Geschichte hat mich mehr bewegt als viele andere zuvor. Nicht nur weil es in der Härte, dem Zynismus und der Brutalität der Geschichte eine anrührende Poesie gibt, nicht nur weil diese Geschichte so wahrhaftig ist, ja stärker noch – nicht mal die ganze Wahrheit zumutet und dennoch verstörend genug ist, sondern weil hier ein Unschuldiger in die Mühlen des Systems kommt und am Ende zwar gedemütigt, aber nicht gebrochen und vor allem unschuldig herauskommt. Er ist wahrhaftig und klar geblieben.

Gegen alle spätere Entschuldigung – dass man doch zusammenarbeiten musste um durchzukommen und zugleich gegen alle Schönfärberei – dass es doch gar nicht so schlimm war, wird hier beides erzählt. Ja es konnte so schlimm sein im Osten Deutschlands, 40 Jahre nach der NS-Diktatur. Aber man konnte seinen Weg eben auch gerade gehen, wahrhaftig bleiben und sich nicht korrumpieren lassen. Das wird nicht nur erzählt als ein schöner Traum, sondern es war ja wirklich so. Mario Röllig sitzt nach dem Stück neben Marko. Schauspieler und Original. Theater Strahl unterwegs. Nicht nur in Berlin in der ehemaligen Schulturnhalle, sondern in Halle, Leipzig, Falkensee und anderen Orten. Gute Schulen holen sich dieses Theater gerade in diesem Jahr zu sich. Es ist nicht eindimensional, sondern spricht viele Fragen an. Diktaturen müssen ihre Bürger observieren. Sie haben Angst vor ihnen. In NS
Zeiten gab es viel weniger Gestapo als Staatssicherheit in DDR-Zeiten. Der NS-Staat musste nicht soviel Angst vor den Bürgern haben, da es bis zuletzt einen großen Glauben an den Führer und den NS-Staat gab. Anders im geteilten Deutschland. Die Staatssicherheit in der
DDR, hinter dem antifaschistischen Schutzwall wie die Mauer, die die Bürger einsperrte genannt wurde, war monströs groß, weil die Zustimmung zum System so klein war. Die Unterschiede sind uns allen klar genug, so dass ich Missverständnissen nicht weiter
vorbeugen muss.

Der ostdeutsche Stasimann und der westdeutsche Politiker zeigen, wie die deutsche Teilung und die fehlende Demokratie im Osten Menschen versagen lässt. Der ostdeutsche Marko hat, obwohl aus einem Elternhaus mit Parteibindung kommend, genug mitbekommen, genug
Redlichkeit, Anstand und Klarheit um seinen Weg zu gehen.

Wir brauchen solche Stücke mit möglichst vielen Aufführungen. Deshalb ist es gut, dass es so viele Förderer gibt. Lieber Mirko – bitte weitere Stücke mit dieser Leidenschaft und Kraft zur Aufklärung.

 

Ein Lob muss der Laudator auch für die Jury haben. Ihr habt euch Zeit gelassen und dann gut gewählt. Nicht ein schon mit Preisen überhäuftes Theater bzw. Theaterstück, sondern ein bisher zu oft von Jurys übersehenes Theater und ein Erstlingswerk eines jungen Autors.

Kompliment auch an die Charlottenburger SPD. In 31 Jahren 26 Preise ist eine Anerkennung wert. Das ein Ortsverein bzw. Unterbezirk über Jahre hinweg so etwas machen ist selten. Ich kenne es gar nicht. Anderenorts würde ein Vorstand dann gewiss irgendwann aufgeben. Ihr aber habt euch nicht nur 3 Jahrzehnte in dieser Weise engagiert, sondern auch ca. 65 000 Euro Preisgelder zur Verfügung gestellt.

Ich wünsche dem Stück viele Inszenierungen in anderen Theatern und hier noch viele Aufführungen und dem Theater dass der sehnlichste Wunsch in Erfüllung gehen möge – dass zum Erfolg auch ein eigenes Haus dazukommen möge. Gerade wenn man Wandertheater bleiben will wie ihr, braucht man ein zuhause. Vor allem für die Zuschauer, die wenn sie Theater sehen auch ins Theater gehen wollen. Insofern sind sie alle gefragt, weil sie ja jetzt wissen, wie sehr es das Theater Strahl verdient hätte, dass sie mitsuchen nach einem eigenen Haus. Denn der Strahl braucht einen festen, klaren Anfangspunkt, von dem aus er dauerhaft in die Weite, in die Unendlichkeit strahlen kann.

 

Steffen Reiche