Verleihung des Jugendmedienpreises "Das Rote Tuch" 2009

Allgemein

Zum 26 zigsten Mal verlieh die SPD-Charlottenburg-Wilmersdorf im November 2009 den Jugendmedienpreis "Das Rote Tuch".

Im Jahr 2009 wurde der Preis an den Regisseur Mirko Böttcher und das Theater Strahl verleihen, für die Inszenierung "Akte R". "Ein deutsch-deutscher Krimi" so bezeichnet das Theater selbst die Aufführung und in der Tat erleben Jugendliche eine Geschichte, die genauso fesselnd ist, wie ein guter Krimi. Sie beginnt im Heute, als der ehemalige Inhaftierte Marko seinen Stasi-Peiniger aus dem Gefängnis ausgerechnet im KaDeWe wieder begegnet. Hier holt ihn seine Vergangenheit ein, seine Inhaftierung mit 17 wegen eines missglückten Fluchtversuchs. Seine Liebe zu einem West-Berliner Politiker, die die Stasi zum Anlass nahm ihn zum Spitzel machen zu wollen.
Mehr wollen wir hier nicht verraten, das Stück ist noch zu sehen: Am 12., 13. und 14. Januar 2010 finden Aufführungen statt, mehr Informationen und Karten unter www.theater-strahl.de.

Wir danken an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich dem Theater Strahl, die durch die Aufführungen von prägnanten Szenen aus dem Stück die diesjährige Preisverleihung besonders zum Schillern brachten!

Ein herzliches Danke auch an Steffen Reiche, der alle Anwesenden mit seiner Laudatio tief berührt hat.

Die Jury hat ein Jahr lang viele wunderbare Bücher gelesen, Filme und Theaterstücke gesehen. Einige möchten wir den Lesern und Leserinnen besonders empfehlen, insbesondere für junge Heranwachsende. An erster Stelle tief beeindruckt und berührt hat uns der Kinofilm „Gerdas Schweigen“ nach einer wahren Erzählung von Knut Elstermann. Die Geschichte seiner jüdischen „Tante Gerda“ in New Yorck, die sie selber als Zeitzeugin erzählt, reicht genauso wie die „Akte R“ bis in die Jetztzeit, da ihre Verfolgungsgeschichte im Nazi-Deutschland bis heute das Verhältnis zu ihrem Sohn belastet. Eine erschütternde Geschichte, erzählt von einer wirklich außergewöhnlichen Frau.

Unter den vielen Büchern waren drei, die uns alle fasziniert haben: Wintereis, von Philipp van Gestel (nominiert für den deutschen Jugendbuchpreis), Nebel im August von Robert Domes und Einundzwanzigster Juli von Anne C. Voorhoeve. Beeindruckt hat uns das Werk von Shaun Tan, Ein Neues Land, Shaun Tan entwirft anspruchsvolle Bilderbücher und definiert die Sparte Comic durch sein Werk völlig neu. Zu Recht ist er der diesjährige Preisträger des Deutschen Jugendbuchpreises.

Nicht unerwähnt bleiben darf das kleine Bilderbuch „Ein mittelschönes Leben“ von Kirsten Boie und Jutta Bauer. Ein Bilderbuch zur Obdachlosigkeit, gemeinsam entwickelt mit der Hamburger Obdachlosenprojekt hinzundkunzt, für Menschen ab sechs Jahren.

Wir wünschen viel Spaß beim Schmökern!
Carolina Böhm, Sprecherin der Jury